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Die Tränen des Steins: Das historische Stillezeug der Vertreibungstraumata von Kayaköy-Levissi

Die Tränen des Steins: Das historische Stillezeug der Vertreibungstraumata von Kayaköy-Levissi

Die Tränen der Steine: Das stille Zeugnis der Schmerz der Bevölkerungstransfers in Kayaköy-Levissi

Kayaköy, direkt südlich von Fethiye an einem Hang gelegen, ist nicht nur eine verlassene Siedlung, sondern auch die Verkörperung von entwurzelten Leben und großer Sehnsucht. Unter seinem antiken Namen Karmylassos, dem Namen Levissi in der Sprache der Griechen und heute als Kayaköy bekannt, ist es einer der berührendsten Zeugen des Bevölkerungsaustausches.

Gemeinsames Leben vor dem Austausch: Levissis goldene Ära

Die bekannte Geschichte von Kayaköy reicht bis zur antiken Lykiens zurück, aber die bittersüße Schönheit, die wir heute sehen, verdankt sie den Gebäuden, die zu Beginn des 19. und 20. Jahrhunderts errichtet wurden. Zu dieser Zeit war Levissi mit einer Bevölkerung von etwa 6.500 Menschen, hauptsächlich griechisch-orthodox, eines der lebhaftesten Handels- und Sozialzentren der Region.

  • Architektur und soziale Struktur: Hunderte von Steinhäusern, die gekonnt am Hang platziert sind, ohne sich gegenseitig die Aussicht und die Sonne zu nehmen, zwei große Kirchen (Taksiyarhis und Katopanayi), 14 Kapellen, Schulen, Apotheken, ein Krankenhaus und zahlreiche Handwerksstätten machten Levissi zu einer autarken, entwickelten Stadt. Die unteren Etagen der Häuser wurden meistens als Keller oder Ställe genutzt, während die oberen Etagen als Wohnräume gestaltet waren. Regenwasser, das von den Dächern jedes Hauses gesammelt wurde, spielte eine wichtige Rolle bei der Deckung des Wasserbedarfs des Dorfes.
  • Kultureller Reichtum: Griechen und Türken lebten viele Jahre friedlich nebeneinander in Levissi und den umliegenden Dörfern. Die Griechen waren meist im Handwerk und Handel tätig, während die Türken sich stärker mit der Landwirtschaft beschäftigten. Diese beiden Kulturen schufen, indem sie den Sprachen, Traditionen und Feiertagen des jeweils anderen Respekt zollten, eine reiche soziale Struktur.

Trennung: Der Bevölkerungsaustausch von 1923

Nach dem Befreiungskrieg veränderte das am 30. Januar 1923 unterzeichnete Abkommen über den Bevölkerungsaustausch das Schicksal von Kayaköy für immer. Es wurde beschlossen, dass die griechisch-orthodoxe Bevölkerung in der Türkei nach Griechenland und die muslimische türkische Bevölkerung in Griechenland in die Türkei umgesiedelt werden sollte.

Diese Entscheidung war eine Katastrophe für die Levissi-Bevölkerung, die seit tausenden Jahren in ihrer Heimat lebte. Sie mussten, ihre Häuser, Felder, Kirchen, Gräber ihrer Vorfahren und all ihre Erinnerungen zurücklassend, eine harte Reise in ein unbekanntes Land antreten. Die meisten der umgesiedelten Griechen ließen sich in "Nea Makri" (Neues Meğri) nieder, das sie in der Nähe von Athen gründeten, und versuchten, ihre Sehnsucht nach Fethiye in ihrer neuen Heimat zu leben.

Stillstand nach dem Austausch: Kayaköy

In die verlassenen Häuser von Levissi zogen türkische Umsiedler aus Thrakien ein. Doch der Lebensstil und die Einkommensquellen der neuen türkischen Bevölkerung passten nicht zu der Struktur von Levissi, das eine Stadt für Handwerker und Kaufleute war. Da die Umsiedler meist in der Landwirtschaft tätig waren, konnten sie sich nicht an das unwegsame und landwirtschaftlich ungeeignete Gelände von Kayaköy anpassen. Nach einer gewissen Zeit verließen sie das Dorf ebenfalls und zogen in die fruchtbareren Ebenen von Fethiye und Umgebung.

Nach dieser zweiten Verlassung hüllte sich Kayaköy in tiefes Schweigen. Im Laufe der Zeit stürzten die Dächer der Häuser ein, die Holzfenster und -türen verrotteten, und Wildkräuter überrannten die Straßen. Erdbeben und die Zerstörung durch Schatzsucher führten dazu, dass das Dorf als "Geisterdorf" bekannt wurde.

Heute steht Kayaköy als steinerne Mahnmal für die große menschliche Tragödie, das Entwurzeltwerden und die Sehnsucht nach der Heimat. Wenn man durch die kopfsteingepflasterten Straßen spaziert, scheinen die Flüstern, die sich mit dem Heulen des Windes mischen, die Geschichten von Freude, Trauer und den niemals endenden Schmerzen des Bevölkerungsaustausches, die einst hier lebten, zu erzählen.

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